07.08.2009
Verlierer oder Sieger
Es ist noch nicht des Wahltages Abend – weder für die SPD noch für den Kanzlerkandidaten Steinmeier. Daher macht es keinen großen Unterschied, dass die SPD in einer Umfrage bei 23 und in einer anderen bei 24 Prozent liegt. Auch besagt es nicht viel, dass Steinmeier mal an vierter, mal an fünfter Stelle der Beliebtheit steht. Viel wichtiger ist, dass an der Stelle, die der Herausforderer bereits erobert haben müsste, um als gleichgewichtiger Kandidat anerkannt zu werden, nämlich an der zweiten Stelle in der Skala, andere gesetzt sind: mal Guttenberg, mal die Kanzlerin. Dies bedeutet nichts anderes, als dass Guttenberg zumindest in einer der Umfragen beliebter ist als die beiden Verkörperungen der großen Koalition zusammen, anders ausgedrückt: als die CDU-Vorsitzende und der SPD-Spitzenmann.
Dass die älteste Partei Deutschlands, die als große Volkspartei schon zwei Epochen der Bundesrepublik gestaltet hat, nur noch ein Viertel der Wählerschaft an sich zu fesseln vermag, ist trotz der vielbeschworenen Auflösung der Milieus kein Naturgesetz. Der Union gelingt es – nicht zuletzt dank der CSU –, immerhin noch gut 35, vielleicht sogar 37 Prozent der Wählerschaft an sich zu binden.
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